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ausschließlich nach Vereinbarung

Brigitte Scholz, Re-Balance-Begleiterin

Am Lindenberg 27, 35463 Fernwald, Tel.: 0 64 04/2 08 98 87

Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

Francois de la Rochefoucauld

Walpurgis/Beltane

Walpurgisnacht ist, wie der Name sagt, ein Nachtritual und feiert doch zugleich die strahlende Helligkeit des Mai. In diesem Doppelaspekt ist es eines der vielfältigsten und schillernsten Feste aus dem Jahreskreiszyklus. Im Jahreskreisrad liegt Walpurgis dem Dunkelheitsritual/Halloween gegenüber und gehört damit zur Achse der Orakelfeste, die bevorzugt ein Tor zur Anderswelt öffnen und aus dieser Dimension heraus Antworten auf unsere Fragen schenken. Das Geschehen in der Natur bestimmt die Themen der Walpurgisorakel: Die in ihrer Erotik aufstrahlende Maigöttin wird gerne in Liebesangelegenheiten befragt. Allein beim Orakel blieb es nicht. Die Liebe musste gefunden und gelebt werden. Rund um den Globus wurden in der ersten Mainacht orgiastische Fruchtbarkeitsriten gefeiert. Der christlichen Moral war diese sexuelle Ekstase ein Dorn im Auge. Schon im 3. Jahrhundert wurden als kirchliches Konkurrenzangebot die Maiandachten an die jungfräuliche Maria eingeführt.


In der Folkloretradition wird zu dieser Zeit mit recht komplizierten Bändertänzen der auserkorene Maienbaum im Dorf umtanzt. Auch dieses Über- und Unterflechten in verschiedenen Farben hat mit dem fruchtbringenden Verknüpfen erotischer Energien zu tun. Der Maibaum als altes Lebenssymbol der Göttin wird mit diesen umgarnenden Tänzen zur Blüte und damit zum späteren Früchtetragen angeregt. Leider ist in den meisten Dörfern der lebendige Baum durch einen toten Pfahl ersetzt worden – als letztes Relikt an die Göttin manchmal noch mit einer aufsteigenden Spirale bemalt. Trotzdem ging nach einiger Zeit der Zusammenhang zum Lebensbaum der Göttin verloren, so dass der Maipfahl heute von den meisten Menschen als Phallussymbol angesehen wird.


Walpurgisnacht wird heute hauptsächlich mit Hexen in Verbindung gebracht, doch es ist eher von Bedeutung, welche älteren Traditionen sich zum Walpurgisfest noch erhalten haben, die rituelle Bräuche aus der Zeit vor der Hexenverfolgung widerspiegeln. Denn der Wahrheitsgehalt der Blocksberggeschichten ist mehr als zweifelhaft. Das Walpurgisfest ist seit alten Tagen ein Liebesritual, doch war ursprünglich der Genuss der erotischen Kraft selbst gemeint und nicht eine hochzeitsartige Zweierbindung. Etymologisch wird der Begriff Hexe in der Regel auf die althochdeutsche Hagazussa zurückgeführt. Das ist ein geisterhaftes Wesen, das sich auf Zäunen und Hecken aufhält = Zaunreiterin. Noch im Mittelalter stellt der Zaun um Dörfer und kleine Ansiedlungen eine deutliche Grenze zur Wildnis dar. Wenn sich also die hexenhafte Frau auf diesem Zaun aufhält, heißt das nichts anderes, als dass sie im Kontakt mit beiden Welten steht, mit der zivilisierten des menschlichen Dorfes wie mit der ungezähmten tierischen und pflanzlichen Wildnis außerhalb. Als Zaunreiterin kann sie sogar auf dieser Grenze reiten, d. h. sie behält die Führung bzw. das Bewusstsein und verirrt sich weder in dem einen noch in dem anderen Extrem.


Im Mai trugen die Leute traditionell zu Ehren des neuen Gewandes der Erdmutter frisches Grün und liebten sich in den frisch gepflügten Feldern, um damit das Wachstum des Getreides zu fördern.


Feiern wir doch lieber das alte Fest der Göttin und gehen in den Wald...


...wegen der guten Ernte natürlich!!!




In der Nacht zum ersten Mai wird das Fest Beltane gefeiert. Unter dem Namen Walpurgisfest ist dieses Jahreskreisfest besser bekannt. Es ist ein Fest der Liebe, Lust und der Lebensfreude. Der Sieg der Sonne wird ebenso gefeiert, wie die Fruchtbarkeit der Erde und der Menschen. Früher wurde den ganzen Mai gefeiert und getanzt. Heute kennen wir noch den Brauch des Maibaumes und der Maifeiern. In der Natur macht sich im Mai eine unheimliche Vielfalt bemerkbar. Der Keim der Pflanze ist längst an die Oberfläche getreten und deutlich sichtbar. Es ist eine sehr lebendige und vielfältige Zeit, und der vollständigen Entfaltung neuen Lebens steht nichts mehr im Wege. Die Pflanzen wachsen jetzt sehr schnell, mit einer ungeheuren Lebenskraft. Sie blühen in den wunderbarsten Farben, als würden sie uns die gesamte Schönheit der Natur vor Augen führen. Die Vögel zwitschern und wir hören die Bienen summen, die bereits fleißig auf Nahrungssuche sind. Die Sonne scheint besonders warm auf unsere Haut und belebt Geist und Sinne. Wir können die ersten Frühlingskräuter und Frühlingsgemüse ernten und auch verspeisen. Sie versorgen uns mit Vitaminen und mit der gesammelten Lebenskraft dieser Zeit. Den Mai kann man wirklich mit allen Sinnen wahrnehmen und genießen. Das Eintauchen in die süße Welt der Sinne lässt auch Sinnlichkeit entstehen. Frühlingsgefühle breiten sich aus.


Zu Beltane wandelt sich die jungfräuliche, kindliche Frühlingsgöttin zur lustvollen Geliebten, die bereit ist, sich auf das Wagnis der Vereinigung einzulassen. Sie fasziniert durch ihre erotische Anziehungskraft und verleiht dem Leben Fülle. Sie ist die sinnliche, erotische, rote Göttin. Die Göttin der Liebe und der Leidenschaft. Sie sprüht vor Lust und Freude und feiert und tanzt ihr Leben. Die römische Göttin Venus ist beispielsweise eine Vertreterin. Sie ist die Göttin der Liebe, der Sinnlichkeit, der Schönheit, des Genusses und der Heiterkeit. Sie ist Schöpferin aller Dinge und auch bekannt als Garten- und Frühlingsgöttin. Venus kann uns dabei helfen, unsere eigene Weiblichkeit und Schönheit wahrzunehmen und neu zu entdecken. Sie hilft uns auch, uns so anzunehmen und zu lieben wie wir sind.


Der Ursprung der Maifeste liegt wahrscheinlich in uralten Fruchtbarkeitsritualen, die der lustvollen Vereinigung von Mann und Frau dienten. Während des Beltane-Festes gingen früher, bevor die Kirche das immer mehr unterband, die Dorfbewohner hinaus auf die Felder und zündeten Freudenfeuer an. Die Menschen tanzten rund um das Feuer und liebten sich dann in den Feldern. Es war Brauch, dass sich die maskierten Teilnehmer in freier Wahl einen Partner wählten und mit ihm die Wonnen der Liebe teilten. Alle ehelichen Bündnisse waren für diese Nacht aufgehoben. Man nannte diese Nacht auch „Freinacht“. Das Lieben in den Feldern sollte die Fruchtbarkeit der Pflanzen fördern. In der „Heiligen Hochzeit“ vereinte sich die männliche Schöpferkraft mit der Weiblichen. In der Götterhochzeit kam es zur Vermählung von Erde und Himmel.