Termine

ausschließlich nach Vereinbarung

Brigitte Scholz, Re-Balance-Begleiterin

Am Lindenberg 27, 35463 Fernwald, Tel.: 0 64 04/2 08 98 87

Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

Francois de la Rochefoucauld

Kräuterweih/Lammas/Lughnasad

Das Kräuterweihritual am 2. August liegt im Jahreskreiszyklus Lichtmess gegenüber und zelebriert den Doppelaspekt von Ernte, nämlich Fülle und Zerstörung: Wir müssen Lebendes töten um Nahrung zu haben und selbst überleben zu können. Heute noch reich tragende Getreidefelder - morgen dann die Stoppeln eines abgemähten Feldes. Halbe Ernteschnitte gibt es nicht. Es ist Schnitterinnenzeit und es gilt sich, auf die dunklen Wochen im Jahreskreis vorzubereiten.


Die Tage der Ernte sind begrenzt, wenn man Kraft ernten will, muss man jetzt schneiden. Die Schwierigkeiten, den besten Erntezeitpunkt zu bestimmen, ist vielleicht Ursache für die unterschiedlichen Terminangaben von Kräuterweih. In der keltischen Tradition heißt das Fest “Lughnasad” und wird Anfang August gefeiert, im Angelsächsischen wird das Fest “Lammas” genannt, was auf “Hlaf-mass” zurückgeht und übersetzt “Fest des Brotes” heißt. Der Name lässt vermuten, dass als Ritualhandlung aus dem frisch geernteten Korn das erste Brot geformt und gefeiert wurde.


Auch in anderen Kulturen sind für den Erntemonat August ausführliche Feste zu Ehren der blonden Getreidegöttinnen bekannt. Neben diesen Ritualtraditionen steht der für den August überlieferte Brauch eines geweihten Kräuterstraußes, der sich bis heute erhalten hat. Dieser Ritus scheint auf den germanischen Göttinnenkult zurückzugehen und hat dem Fest den Namen “Kräuterweih” gegeben. Mit dem Sammeln eines Kräuterstraußes wird die magische Kraft gesammelt, die Zauberkraft der Kräuter, um sie in der schwer einzuschätzenden dunklen Zeit zur Verfügung zu haben. Das ursprüngliche Fest hat mit der katholischen Mariä-Himmelfahrt-Tradition so gar nichts mehr zu tun.


Anfang August beginnt der Erntemonat. Viele Pflanzen tragen Früchte, das Getreide ist reif, Heilpflanzen haben eine ganz besonders hohe Wirkung. Der Sommer ist spürbar, wir erleben Hitze und Kraft. Jedoch ist es an der Zeit, einen bewussten Schnitt zu setzen. Die Zeit der Fülle der Früchte wird vorüber gehen. Wenn wir jetzt nicht ernten, verlieren wir alles. Wir müssen daher den konkreten Schnitt setzen und das Getreide abschneiden, damit wir es auch nutzen können.


Dieses Abschneiden ist symbolisch auch der Abschied von der Zeit der Hitze und der Fülle. Wir tragen die Vorahnung in uns, dass es wieder dunkler wird, dass das Absterben der Natur naht. Wir versuchen die Fülle zu halten, indem wir Obst und Gemüse einkochen und haltbar machen, indem wir die Kräuter ernten und Tees und Säfte aus ihnen machen und indem wir das Getreide zu Mehl und zu Brot verarbeiten.


Am 1. August feierten die Kelten ein großes Lichtfest, das sie Lughnasad nannten. Lughnasad bedeutet soviel wie die „Hochzeit des Lichtes“. Lugh war dabei der von den Kelten verehrte Herr des Lichtes. An Lughnasad wird die Ernte unserer Früchte gefeiert, aber auch die getane Arbeit, die damit verbunden war. Es ist ein Fest der Fülle und des Überflusses. Es ist ein Fest, das den Kreislauf des Lebens auf ganz besondere Weise symbolisiert, da die Ernte natürlich auch den Tod der Pflanzen bedeutet. Der Kreislauf geht aber immer weiter. Die geernteten Früchte ermöglichen uns das Überleben im Winter, die Samen sind gebildet und alle wissen, dass im Frühling das Leben wieder neu erwacht. Es ist ein ewiger Kreislauf von Säen, Wachsen, Blühen, Früchte tragen, Ernten und Absterben.


Zum Zeitpunkt der größten Reife müssen wir ernten. Das Getreide muss geschnitten werden und genau dieser Schnitt wird zum Symbol des Festes. Wir feiern die „Schnitterin“, die bewusst und mit all ihrer Kraft die Frucht erntet, mit ihrer Sichel (die der abnehmenden Mondsichel entspricht) das Leben durchtrennt - nur um zu überleben. Dieses Fest symbolisiert den Doppelcharakter der Ernte – die Fülle und die Zerstörung, Leben und Tod, Stirb und Werde. Die damit verbundene Thematik lautet: finde den richtigen Zeitpunkt und mach den notwendigen Schnitt (Schritt) um das zu ernten, was geerntet werden muss. Durchtrenne, auch wenn es manchmal weh tut und mit Tod verbunden ist. Verabschiede dich auch von allem Verbrauchten, Alten, was dein Leben belastet. Sorge vor, für die dunkle Zeit des Jahres – ernte und verarbeite die Früchte, damit du auch in der kommenden Jahreshälfte gut versorgt bist.


Die liebende Göttin der Sommersonnenwende verwandelt sich allmählich in die alternde Göttin. In Vorahnung auf die dunkle Zeit wendet sie sich langsam der Unterwelt zu und beginnt mit ihren Vorbereitungen für die dunkle Jahreshälfte.

Die rot-schwarze Göttin lehrt uns, dass Töten zum Leben dazu gehört. Sie lehrt uns auch, dass Durchtrennen, Durchschneiden, Abschneiden und Beenden Themen sind, mit denen wir im Laufe des Lebens immer wieder konfrontiert werden und denen wir uns stellen müssen. Die Göttin dieser Zeit ist mächtig, Grenzen setzend, zerstörend und sehr kraftvoll.