Termine

ausschließlich nach Vereinbarung

Brigitte Scholz, Re-Balance-Begleiterin

Am Lindenberg 27, 35463 Fernwald, Tel.: 0 64 04/2 08 98 87

Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

Francois de la Rochefoucauld

Wintersonnenwende/Jul

Die lichtkargen Dezemberwochen vor der Wintersonnenwende führen die mit dem Novemberritual begonnene Dunkelheitsthematik in eine Steigerung, die fast unzumutbar erscheint und der sich tatsächlich viele Menschen verweigern (Bsp.: die stetig anwachsende adventliche Lichterflut in Häusern, Gärten und Straßen). Im November werden wir mit dem Sterben konfrontiert, im Dezember sind diese Vorgänge nahezu abgeschlossen, und Sterben und Vergehen ist zumindest vom Naturzyklus her gesehen nicht mehr das Hauptthema. Jetzt scheint gar nichts mehr zu passieren, die Dunkelheit hängt wie eine schwere Decke in den Räumen, so dass wir anfangen, die Bärinnen und andere Tiere zu beneiden, die jetzt Winterschlaf halten. Unsere Aufgabe heißt also in den Stillstand zu gehen, ohne einzuschlafen. Der Stillstand der Wintersonnenwendzeit ist voll dösiger Schwere. Tag und Nacht, Anfang und Ende, Weg und Ziel verschwinden in dieser riesigen Schwärze, die offensichtlich alles enthält, aber frei ist vom menschlichen Drang, sich in sichtbarer Form zu gestalten. Die Dunkelheit war lange vor allem anderen da und aus ihr ist alles hervorgegangen. Wird Wintersonnenwende primär als Lichtritual gestaltet, verformt sich das rituelle Geheimnis dieses Festes leicht zum triumphalen Sieg des Lichts über die Finsternis, wie es in patriarchalen Traditionen nur allzuoft geschehen ist. Die Wintersonnenwende wird zur Kehrtwende, die von ihrem Ursprung im Schoß der Dunkelheit nichts mehr wissen will. Die christlichen Weihnachtsriten mit ihrem Fokus auf die Geburt Jesu zeigen dies überdeutlich: die zähen, dunklen Wochen vor der Wintersonnenwende sind zur freudig-erwartungsvollen Adventszeit geworden. Die Wahrnehmung für die spirituelle Besonderheit der Dunkelheit ist verlorengegangen, sie ist nur noch Düsternis, die möglichst schnell vorübergehen soll.


Wird das Jahr nach Mondmonaten gezählt, entsteht am Ende des Jahres als Differenz zum Sonnenjahr ein Überhang von etwa zwölf Nächten. Dieser Zeit wurde spirituell schon immer eine besondere Bedeutung zugemessen, es war eine Zeit, die zugleich keine war - weder dem alten noch dem neuen Jahr zugehörig. Keine Zeit im Jahr ist so von Sagen und rituellen Bräuchen umwoben wie die zwölf Rauhnächte. Die meisten Berichte über Rauhnachtbräuche wimmeln nur so vor Schutz- und Abwehrriten gegen böse Geister, doch ist anzunehmen, dass es bei diesen Riten ursprünglich genau um die gegenteilige Intention ging, nämlich dass die Menschen mit diesen Bräuchen den Kontakt zur anderen Welt lebendig halten wollten, denn ein Besuch dieser Wesen galt als glück- und segenbringend für Haus, Hof und die ganze Familie. So diente auch das Ausräuchern des Hauses dazu, Geister anzulocken, statt zu vertreiben. Räucherungen gehören in vielen Religionen zu den klassischen Gaben an die feinstoffliche Welt. Auch der zweite traditionelle Ritus, das Bewirten und Beschenken der Andersweltwesen, will diese zwischenweltlichen Begegnungen fördern (am bekanntesten sind die Lieblingsspeisen der Percht: Bier und Grütze.). Die Percht ist eine Verkörperung der dunklen Göttin. In nebligen Novembernächten braust sie mit ihrem wilden Gefolge durch die Lüfte und über das Land. Perchtenbräuche sind zahlreich überliefert und werden bis heute in Süddeutschland und den Alpen gepflegt. Ihr Höhepunkt liegt in der Zeit der Rauhnächte, wenn in den Dörfern und Städten wilde Perchtenumzüge, der sog. Perchtenlauf oder das Perchtenspringen, veranstaltet werden. Der Abschluss der Rauhnächte ist der 6. Januar, der Perchtentag. Es gab den uralten Brauch, dass an diesem Tag Frauen mit Weihrauch durch die Zimmer gingen und das Haus segneten. Mit weißer Kreide schrieben sie über den Türrahmen


19 K + M + B 02


Jahreszahl + Anfangsbuchstaben dreier heiliger Menschen. Nach dem katholischen Brauch weisen die drei Buchstaben auf drei Männer hin - Kaspar, Melchior, Balthasar. Ursprünglich stammt dieser Brauch aus der Pestzeit. Drei der Heilerinnen waren Katharina + Margarete + Barbara. Verfolgt man die Entstehung dieser Namen, kommt frau auf diese drei Namen: Anbeth + Wilbeth + Borbeth (Erde + Sonne + Mond). Als Schutzzeichen für das kommende Jahr für das Haus wird also um den Schutz von Erde, Sonne und Mond gebeten. Die drei Frauen waren in drei Farben gekleidet: weiß, rot, schwarz (gleichzeitiges Symbol für die dreifaltige Göttin, die jungfräuliche weiße Göttin, die reife menstruierende rote Göttin und die schwarze alte Göttin).


“Modra niht” - Mütternacht ist in Altengland als Bezeichnung für die Rauhnächte bezeugt, was mit “Nächte der Mütter” zu übersetzen ist, d. h. es ist eine größere Anzahl von Nächten gemeint. Auch die südgermanische Bezeichnung “ze den wihen nachten” nennt den Plural und hebt nicht eine Nacht hervor.


Der Nikolausbrauch stammt eigentlich von den Kelten ab. Diese gaben ihr Wissen durch Druiden ausschließlich mündlich weiter. Die Ausbildung zum Druiden dauerte ein Leben lang, deshalb waren die Druiden, die Wissen weitergaben, meist schon alte Männer. Sie gingen zur Wintersonnenwende von Haus zu Haus. Die Druiden trugen einen roten Mantel - rot steht für Leben und Sonnenkraft. Die Birkenruten waren Mittel zur Reinigung. Die Kinder und das Vieh wurden sanft damit von oben nach unten abgeklopft und gestrichen, um schädliche Strahlungen und krankmachende Aufladungen abzuwenden und fernzuhalten. Nach Gebrauch wurden die Birkenreiser an Haus- und Stalltüren genagelt, um die Eingänge zu schützen. Der große Sack auf dem Rücken enthielt Geschenke, Heilkräuter, Beeren und Wurzeln, die der Druide über das Jahr hinweg gesammelt hatte und nun verteilte.